Trauer um Michael „Schotti“ Schott

Der Bayerische Fußball-Verband und insbesondere der Verbandsschiedsrichterausschuss trauern um seinen Verbandsbeobachter und Lehrwart der SR-Gruppe Jura Nord. VSA Prof. Dr. Sven Laumer, ehemaliger KSO und GSO der SR-Gruppe Jura Nord, gedankt Michael „Schotti“ Schott mit einem Nachruf. 

Unfassbar, und eigentlich noch immer noch nicht in Worte zu fassen, ist die Tatsache das unser Lehrwart, unser Schotti, viel zu früh von uns gegangen ist. Ich hatte die Ehre, Schotti seit seinem Eintritt in unsere Gruppe zu begleiten und habe daher versucht, sein Wirken und seine Persönlichkeit mit diesen Zeilen zu würdigen. Aber so richtig in Worte kann ich das immer noch nicht fassen, da mich die Nachricht von dieser Woche immer noch schockiert. 

Schotti legte im Jahr 2002 seine Schiedsrichterprüfung ab. Obwohl sein Opa ehemaliger Lehrwart der Gruppe Nürnberg war, hat sich Schotti entschlossen, in seiner Heimat in die dortige SR-Gruppe Jura-Nord einzutreten, da er zu dieser Zeit und auch darüber hinaus als Jugendtrainer beim TSV Kleinschwarzenlohe und dann in der JFG Schwarzachtal aktiv war. Ich konnte ihn somit seit Beginn meiner Zeit als Lehrwart begleiten. Schon bald erkannte man Schottis Talent und nominierte ihn für Spielleitungen in der Kreisliga. Dieser Spielklasse gehörte er auch bis zur vorletzten Saison an. Seine Leidenschaft galt aber vor allem der Tätigkeit als SR-Assistent. Bei vielen jungen SR und SR’innen fuhr Schotti als SRA mit (u.a., Johannes Bergmann, Dominik Friedrich, Christiane Schütte, Simon Brummert, Patrick Höfer, Julian Leykamm) und trug mit seiner Art dazu bei, dass sich die jungen Rohdiamanten zu gestandenen SchiedsrichterInnen entwickelten, von denen viele auch den Sprung auf die Verbands oder DFB-Ebene geschafft haben. Aber nicht nur als fester SRA in diesen Teams gab Schotti seine Erfahrung weiter. Er war jedes Jahr einer der am häufigsten eingesetzten SRA der Gruppe. Egal ob in der Jugend, in der Kreis- oder Bezirksliga, oder auch in der Landesliga, er war immer als Helfer zu Stelle, wenn ihn eine oder einer seiner SchiedsrichterInnen benötigte. Ich erinnere mich noch gut an ein gemeinsames Landesligasspiel in Rimpar, als Beobachter Thomas Stein monierte, dass Schotti Stutzen ohne Logo getragen hatte. Das war die einzige Kritik die es zu äußern gab. Denn durch seine ruhige Art konnte er meist einen sehr positiven Einfluss auf die Trainerbänke nehmen und so den SchiedsrichterInnen den Rücken freihalten. Sein letzter Einsatz Anfang März war auch ein Spiel als SRA. Er assistierte bei einem Freundschaftsspiel zur Vorbereitung auf die Rückrunde. 

Seine zweite große Leidenschaft war der Futsal. Bereits als der Futsal noch parallel zum Hallenfußball gespielt wurde, ließ sich Schotti zum Futsal-Schiedsrichter ausbilden und war seitdem in den Wintermonaten in der Halle sehr aktiv. Sowohl in den Bezirksrunden, aber auch in der Futsal-Regionalliga war Schotti als Regelexperte für Futsal sehr gefragt. Erst kurz vor dem Corona-Lockdown war Schotti noch in der Futsal-Regionalliga unterwegs. Auch für Spielleitungen mehrerer Bezirks- und bayerischer Meisterschaften wurde Schotti immer wieder nominiert. Auf Grund seiner Leidenschaft war Schotti auch Futsal-Beauftragter der drei SR-Gruppen im Kreis Neumarkt/Jura. Jedes Jahr kümmerte er sich um die Aus- und Weiterbildung aller Futsal-Schiedsrichter im Kreis und trug so zu einer einheitlichen Regelauslegung in der Halle bei. Aber nicht nur wenn er aktiv in der Halle war, sah man ihn in den Wintermonaten regelmäßig in der Halle. Mit Tipps und Tricks rund um den Futsal versorgte er seine Schiedsrichter, wenn er ihnen bei seinen Spielleitungen zusah oder wenn er sie bei den Kreisendrunden bertreute. In den letzten Jahren engagierte er sich zudem für die Futsal-Liga Mittelfranken und trug maßgeblich dazu bei, dass die Liga ihren Spielbetrieb organisieren konnte. 

Seit dieser Saison war Schotti zudem Beobachter auf Verbandsebene. Er beobachte in erster Linie SR der Landesliga. Zuvor war er bereits als Beobachter auf Bezirks- und Kreisebene tätig und gab seine Erfahrung an Neulinge und Förderschiedsrichter unserer Gruppe weiter. 

Da Schotti schon immer sehr fest in Regelfragen war und durch seine Art auch einen sehr guten Draht zu vielen Schiedsrichtern hatte, wurde er auch bald Mitglied im Lehrteam unserer Gruppe. Als ich 2007 mein Lehrteam neu aufstellen musste, war meine erste Adresse Schotti. Ohne zu zögern hat er zugesagt und mich seitdem im Lehrteam und dann auch als mein Stellvertreter als Lehrwart unterstützt. Da ich durch meine eigene aktive SR-Tätigkeit und meinen Beruf viel unterwegs war, hat er ohne zu Zögern viele Aufgaben auch sofort übernommen und war immer zur Stelle, wenn es um Regeltests, Vorträge, etc. ging. Diese Unterstützung hat er auch von 2014 bis 2018 Philipp gegeben, als er dessen Stellvertreter als Lehrwart war. Als ich 2018 ein neues Team aufstellen musste, war auch Schotti wieder meine erste Adresse und wiederum hat er ohne zu zögern ja gesagt. So war Schotti seit 2018 Lehrwart unserer Schiedsrichtergruppe und unterstützte auch seit meinem Wechsel in den VSA Michael Winkler als Lehrwart. Schotti war bei vielen Innovationen mit dabei und hat diese aktiv mitgestaltet: U.a. beim ersten Online-Neulingslehrgang in 2014, bei der Einführung des Sommerlehrgangs für alle Schiedsrichter, Online-Regeltests während der Schiedsrichtersitzung, oder zu letzte bei der Gestaltung der Online-Aus- und Weiterbildung im Rahmen des Corona-Lockdowns. Erst zwei Tage vor seinem Tod hatte ich mit ihm telefoniert, um die nächsten Online-Sitzungen und die Themennachmittage im Rahmen der Online-Neulingslehrgänge zu besprechen. Auch bei unseren legendären Förderlehrgängen in Zandt war Schotti von Beginn an mit dabei. Am ersten hat er noch als Teilnehmer teilgenommen, aber dann schon sehr bald als Experte für Regeltests, dann auch als Mitorganisator und im letzten Jahr als Hauptorganisator. Apropos Regeltests: Das war auch ein kleines Hobby von Schotti. In jedem Regeltest hat er stets eigene Fragen eingebaut und hat die Regeltests zu kleinen Geschichten gemacht, so dass die Schiedsrichter nicht nur trocken die Fragen beantworten mussten, sondern immer auch etwas zum Schmunzeln hatten, wenn sie einen Regeltest absolvieren mussten. Aber auch seine Referate und Vorträge auf Neulingslehrgängen, Pflichtsitzungen, Lehrabenden, Kreisligalehrgängen, etc. hat Schotti aktiv gestaltet und sehr anschaulich die reine Regeltheorie den SchiedsrichterInnen vermittelt. 

Auf der Jahresabschlussfeier 2017 konnte ich Schotti für seine 15jährige Tätigkeit als SR mit der Ehrennadel in Gold des Kreises auszeichnen. In meinen Laudatio-Notizen hatten ich einfach „Schotti eben“ stehen. Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass ich in dieser kurzen Laudatio sein Wirken für die Schiedsrichtergruppe, aber auch für den Fußball im Allgemeinen kaum würdigen werde können. Jeder kannte ihn und jeder wusste, was Schotti für unsere Gruppe bedeutete. „Schotti eben“ sollte zum Ausdruck bringen, dass mit Schotti die Schiedsrichtergruppe einen Schiedsrichter und Lehrwart hat, der sich selbst nie in den Vordergrund stellt, sondern immer im Hintergrund helfend und seine Erfahrung weitergebend sehr positiv auf alle wirkt. Er war nie schlecht drauf, er hat nie ein böses Wort verloren, sondern hat immer versucht durch seine positive Art andere aufzubauen und ihnen zu helfen, wenn diese einen positiven Impuls benötigt hatten. Das betraf seine Schiedsrichter, aber auch mich, wenn ich wieder einmal viel um die Ohren hatte. Schotti verstand es immer, durch seine liebenswürdige Art, andere im richtigen Moment positiv zu beeinflussen. Diese positive Art und diese positive Lebenseinstellung, Schotti eben, werde ich mit am meisten vermissen. 

Schotti, ich hoffe, du kannst jetzt andere positiv beeinflussen und mit denen dein Spezi genießen. Danke, dass du in den letzten Jahren ein positiver Teil unserer Schiedsrichterfamilie warst und dass wir gemeinsam in den letzten Jahren viel gestalten und erleben durften.

 

Prof. Dr. Sven Laumer

VSA und ehem. KSO/GSO

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